Stadtgeschichte

Auf halbem Weg zwischen Karlstadt und Schweinfurt erhebt sich auf einem Bergsporn zwischen Wern und Schwabach die Stadt Arnstein zu Füßen eines ehemaligen würzburgischen Amtsschlosses. Als die zuvor trimbergische Burg im Jahr 1292 in den Besitz des Hochstifts gelangte, entwickelte sich die Burgsiedlung rasch zur Stadt.

Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte im Jahr 1333 durch Kaiser Ludwig den Bayern. Als Mittelpunkt eines würzburgischen Amtes spielte Arnstein in den folgenden Jahrhunderten für das dörflich geprägte Umland eine wichtige Rolle als Verwaltungs- und Marktzentrum.

Diese traditionellen Bindungen wurden während der Gebietsreform wiederaufgegriffen, in deren Verlauf die heutige Großgemeinde entstand:

Mit über 8000 Einwohnern in insgesamt 12 Stadtteilen umfaßt die Stadt Arnstein heute ein Gebiet von 112 qkm und liegt im Schnittpunkt bedeutender Verkehrsadern im Maindreieck.

Land und Leute im Werntal wurden besonders nachhaltig geprägt durch die fränkische Landnahme in vorkarolingischer Zeit. Die meisten der Arnsteiner Stadtteile sind erstmals in Fuldaer Schenkungsurkunden des 8. und 9. Jahrhunderts bezeugt und können somit auf eine rund 1.200jährige Geschichte zurückblicken.

Arnstein, das in den vergangenen Jahrhunderten vorwiegend durch Wein- und Ackerbau das Handwerk und die hier ansässigen Behörden geprägt war, erfuhr seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts einen tiefgreifenden Wandel. Die frühere fast ringförmige Stadtbefestigung mit ihren Türmen und Toren wurde bis auf wenige Reste geschleift, aber noch heute zeigt die treppenförmig aufsteigende Altstadt mit ihren engen Gassen das unverwechselbare Bild der historischen Amtsstadt. Sie steht heute unter Ensemble-Denkmalschutz. 

Ihr Erscheinungsbild ist geprägt von Fachwerk und den architektonischen Formen des Barock mit den typischen Schopfwalmdächern. Die derzeit durchgeführten Maßnahmen zur Altstadtsanierung dienen der Sicherung und Erhaltung dieses wertvollen historischen Erbes. Als dominierende Gebäude heben sich das nach der Zerstörung im Bauernkrieg wiedererrichtete Amtsschloß und die spätbarocken Bauten von Stadtkirche, Rathaus und Spital hervor.

Ursprünglich zur Altenversorgung mittelloser Hintersassen im 16. Jahrhundert durch Moritz von Hutten gestiftet, beherbergt der barocke Flügelbau des Spitals heute nach einer umfassenden Sanierung ein modernes Alters- und Pflegeheim.

Die besonderen historischen Beziehungen des Geschlechts der Herren von Hutten zu Arnstein sind markant in der Wallfahrtskirche Maria Sondheim am jenseitigen Wernufer sichtbar. Zahlreiche Epitaphien erinnern hier an das Adelsgeschlecht, das die Schicksale Arnsteins im 15. und 16. Jahrhundert entscheidend mitbestimmte.

 
Sie sind hier: Stadt - Bürgerservice | Stadtportrait | Stadtgeschichte